Sommersemester 21

whyso⌂empty? Ein Leerstandsmelder für die Stadt Kassel

Ausgangslage

Die Universität im Stadtbild

Angesichts der sich stetig wandelnden Rahmenbedingungen in der Stadtentwicklung ist die Lehre auf ständige Innovation und einen verstärkten Praxisbezug angewiesen. Dies kann im Rahmen der gängigen Angebote nur ansatzweise erreicht werden, da die Studienprojekte mit wechselnden Themen nur eingeschränkt Kontinuität bei der Bearbeitung längerfristig relevanter stadtentwicklungspolitischer Fragestellungen herstellen können. 

Verstetigung erfordert neue Herangehensweisen, gerade wenn es um gemeinwohlorientiertes Handeln geht, welches durch Reallabore und Lehrveranstaltungen mit studentischer Initiative zur Stärkung von Kommunikations- und Organisationskompetenzen in den Mittelpunkt gestellt wird. 

Insbesondere die Außenwirkung der Lehre in Kooperation mit Stadtverwaltung sowie Kunst- und Kulturszene wird bisher nur punktuell erreicht. Stellt allerdings innerhalb der Stadtentwicklung, sowie im Aufbau von dauerhaften Netzwerken und Kooperationen ein wichtiges Element dar und schafft Realitätsnähe . 

Ziele

Öffentlichkeitsarbeit und Aktivismus

Als zu priorisierendes Ziel wurde definiert, das Projekt sichtbar zu machen. Dies sollte durch ein Webangebot realisiert werden. Hierzu wird eine Verknüpfung mit dem städtischen Kulturimmobilienportal angestrebt. Öffentlichkeitsarbeit auf Stadtteilebene, ein Vor-Ort-Einsatz zur Revitalisierung von Einzelobjekten, öffentliche Veranstaltungen sowie angelagerte Forschungsarbeiten schließen sich an. Eine besondere Rolle soll dabei mittelfristig die öffentliche Diskussion von Strategien für Einzelobjekte mit den Eigentümer*innen, Stadtteilvertreter*innen und der Zivilgesellschaft spielen.

Vorgehen

Das Lehrkonzept an der Universität Kassel

Die nachhaltige Weiterführung ist Hauptgegenstand der innovativen Projektstruktur. Die Erarbeitung von Werkzeugen für eine selbst organisierte studentische Aktualisierung der Projektwebseite und des dahinter liegenden Datenmanagements sowie die Erweiterung und Vertiefung um ergänzende Strategiebausteine ist wesentlich für die Überführung in eine Plattform mit Anbindung an das Fachgebiet sowie in Kooperation mit der Stadtverwaltung (Kulturamt) und der Zivilgesellschaft (Verein, Kulturszene).

Studierende entwickeln selbstorganisiert und praxisnah Konzepte für städtische Umnutzungsorte. Um diese in der Realität umsetzen zu können wird sich besonders mit Finanzierungsmöglichkeiten und Förderanträgen auseinandergesetzt. Dazu werden Vortragseinheiten, seminaristische Anteile und eigenständig entwickelte realitätsbezogene Anwendungen kombiniert. 

Ein besonderen Schwerpunkt stellt die aktivistische Stadtentwicklung dar: Einbeziehung der Öffentlichkeit und aktivistisches Sichtbarmachen verborgener Potenziale, Umsetzung von Nach- und Zwischennutzungskonzepten in Kooperation mit Eigentümer*innen und Stadtverwaltung in die Realität. 

Ergebnisse

Was halten wir fest?

Unsere erste Zwischennutzung konnte erfolgreich durchgeführt werden. Das Pförtnerhäusschen auf dem Henschel-Gelände wurde von uns zu einem Ausstellungsort sowie Info-Point gestaltet. Neben Informationen und Beteiligungsformaten konnten wir erste Experimente hinsichtlich eines mobilen Mobiliars realisieren.

Unsere Webseite ist am Start! Johannes Michaelis konnte gemeinschaftlich mit der Seminargruppe unseren Webauftritt gestalten, sodass wir wesentliche Erkenntnisse und Ergebnisse veröffentlichen können. Wir versprechen uns, dass dieses Tool der Stadtbevölkerung und insbesondere Stadtmacher*innen davon profitieren werden. Darüber hinaus wollten wir der Stadtverwaltung Kassel demonstrieren, dass Handlungsbedarf im Bezug auf den Umgang mit Leerständen besteht. Mit Aktionen konnten wir einerseits auf das vorhandene Potenzial in der Stadt aufmerksam machen und andererseits mit einzelnen Eigentümer*innen von Leerständen ins Gespräch kommen.

Wir erweitern unser Wissens-Archiv stetig mit Konzepten, Entwürfen und Forschungsarbeiten.

Ausblick

Wie geht es weiter?

Nachdem nun ein zweites Mal die Gesamtstadt Kassel auf Potenziale hinsichtlich leer stehender Flächen und Räume untersucht wurde, wollen wir im nächsten Semester einen Maßstabssprung wagen und auf Stadtteilebene aktiv werden.

Wir erhoffen uns so eine qualitative Informationsgrundlage in Bezug auf die Potenzialräume im Stadtteil sowie einen intensiven Austausch mit Akteur*innen vor Ort und der Politik.

Nach vielen (und teils auch mühsamen) Gesprächen mit Akteur*innen / Vertreter*innen des Portal Räume für Kultur (Kulturamt Kassel) konnten wir bisher leider keine offizielle Kooperation vermelden. Hier wollen wir nächstes Semester einen erneuten Fokus setzen und die Mehrwerte eines gemeinsamen Handelns verdeutlichen.